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Wie meine Tochter ihr erstes Lernplakat mit Sketchnotes gestaltete

Meine Tochter Antonia (9 Jahre, 3. Klasse) sollte das erste Mal zu einem frei wählbaren Thema recherchieren und es präsentieren. Das Thema “Wetter” und die Präsentationsform (Plakat) standen sehr schnell fest. Sie war aber nicht sicher, wie sie recherchieren sollte. Wo würde sie die Infos finden? Welche Infos sollten überhaupt aufs Plakat?

Wir haben das Plakat in einem Zeitraum von 2 Wochen erstellt. Teilweise waren ein paar Tage zwischen den einzelnen Schritten. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass ein Kind es auch in einer Woche schaffen kann. Für einen kürzeren Zeitraum könnte man auch nur einen Teil der Fragestellung herausnehmen und konkreter formulieren. Zum Beispiel statt „Das Wetter“ besser „Warum verändert sich das Wetter?“.

Das Plakat entstand in 4 Schritten:

  1. Quelle finden
  2. Infos sammeln
  3. Infos ordnen
  4. Umsetzung

Quelle finden

Wir hatten keinerlei Vorgaben, WO wir die Infos finden sollten. Deswegen versuchten wir es zuerst über Texte aus verschiedenen Online-Enzyklopädien:

Wir hätten natürlich auch Bücher aus der Bibliothek ausleihen können. Beim Durchstöbern der Online-Texte merkte ich aber schon, dass es meiner Tochter relativ schwer fiel, die Fließtexte mit vielen fremden Wörtern zu durchstöbern. Sehr schnell ließ dabei ihre Konzentration nach. Deswegen entschied ich mich, eher nach einer anderen Quelle zu suchen, wo die Inhalte schon gefilterter und einfacher präsentiert werden. So versuchten wir es mit einem Erklärvideo für Kinder. Es lief gleich viel besser und wir könnten zum nächsten Schritt übergehen.

Infos sammeln

Als Vorbereitung notierten wir vier Fragen auf jeweils ein A4-Blatt: Was ist das Wetter? Wie verändert sich das Wetter? Wieso ist es manchmal heiß und manchmal kalt? Wieso schneit es oder fallen Blätter von den Bäumen?

Meine Tochter hatte Spaß am Videoschauen. Etwas machte es noch besonders: ich bat sie parallel mitzuschreiben und Bilder zu skizzieren über das, was sie im Video wichtig fand. Das nennt man übrigens visuelle Notizen oder Sketchnotes.  Ich schrieb und zeichnete anfangs auch mit und stellte Zwischenfragen. Als Antonia von alleine arbeitete, ohne dass ich für sie zeichnete, hörte ich mit Mitschreiben auf.

Wir machten die Notizen auf kleinen Klebezetteln in vier verschiedenen Farben. Jedesmal wenn wir etwas aufschrieben, hielten wir das Video an. So hatten wir genug Zeit, um darüber nachzudenken, welche Farbe der Klebezettel haben sollte und was wir genau darauf schrieben und skizzierten. Antonia hatte eine große Freude daran, die Farbe zuzuordnen und den Klebezettel auf das passende Blatt zu kleben. Auch der Rhythmus zwischen Zuhören und Selber-Notieren war gut geeignet, um die Konzentration aufrecht zu erhalten.

Die verschiedenfarbigen Klebezettel erlaubten ihr auch, die Infos nach Wichtigkeit zu filtern und sie zu ordnen. So hatten wir am Ende schon eine Art Übersicht darüber, wie viel Info es tatsächlich war. Es war nicht zu viel und sah auf jeden Fall machbar aus!

auf Teppich liegen ein iPad und mehrere A4-Blätter, die beschrieben sind und mit verschieden farbigen Haftnotizen beklebt sind. Zwischendrin Textmarker und Fineliner.Vier Klebezettel im detail: 1: regen, Wind, Wolken, Gewitter aufgezählt, dazu jeweils ein kleines Bild. 2: Sonne bescheint die Erde im Weltall. Die Erde ist in zwei verschiedenen Phasen mit zwei verschiedenen Winkeln zu sehen. So bescheint die Sonne jeweils eine andere Ecke der Erde, nämlich die, die näher dran ist. 3: Schneekristalle fallen auf Erde. Ein Schneemann ist auch da. Man sieht ein Kugeleis für "gefroren". 4: eine Wolke voll mit ganz vielen Regentropfen. Daneben steht geschrieben, dass sie dadurch sehr schwer wird und die Tropfen irgendwann runterfallen.

Infos ordnen

Nun ging es daran, die gesammelten Informationen auf dem Originalformat so anzuordnen, dass es inhaltlich passt und gut aussieht. Antonia zeichnete den Titel gleich oben mittig und schlug 4 Spalten vor, da es ja vier Fragen seien. Nachdem wir auch die Reihenfolge festgelegt hatten, schrieb sie mit Bleistift vor. Dabei achteten wir darauf, dass jede Spalte die gleiche Breite hatte. Wenn sie mal länger wurde, konnten wir die Breite durch Radieren und Neuschreiben leicht korrigieren. Nun konnte es losgehen mit der Organisation einer Spalte: welche Info sollte ganz oben stehen? Welche darunter?

auf einem A1-Blatt ist oben mittig der Titel "Das Wetter" geschrieben. darunter vier Spalten, in denen jeweils ein paar Klebezettel geklebt sind derselben Farbe.

Umsetzung  

Antonia hatte sich ein schönes blaues Papier ausgesucht, dass sie für das finale Plakat nutzen wollte. Dieses wollte sie nun passend zur Skizze gestalten. Dafür schrieb und zeichnete sie erst einmal alle Texte und Bilder vor. Sie formulierte also die Texte aus und übertrug die Bilder der Klebezettel auf das etwas größere Format einer Spalte. Durch das Vorschreiben mit Bleistift hatte sie immer die Möglichkeit, Dinge zu löschen und hin- und herzuschieben, wenn der Platz mal anders organisiert werden sollte. Die gestalterische Freiheit machte ihr sichtlich Spaß.

Antonia am Tisch über das blaue Plakat gebeugt konturiert am Schreiben

Einen Schritt, nämlich die Gestaltung des Titels, hat sie auch noch vorweggenommen. Sie weiß schon, dass man Schrift passend zu einem Thema gestalten kann. In dem Buch “Handlettering for everyone” fand sie Inspiration für eine Wolkenschrift.

Plakat liegt fertig mit Bleistift beschrieben auf Schreibtisch. der Titel ist schon in der weißen fluggigen Wolkenschrift

Nun war es endlich soweit und sie konnte die Bilder kolorieren und die Schrift mit einem Fineliner nachschreiben. Als alles stand, hat sie noch die Bleistiftspuren wegradiert. Und fertig war das Plakat!

fertige Plakat. Oben fluffiger weißer Wolkenschrift "das Wetter". darunter vier Spalten: Was ist das Wetter? Wie verändert sich das Wetter? Wieso ist es manchmal heiß und manchmal kalt? Wieso schneit es oder fallen Blätter von den Bäumen? Alle sind durch eine weiße vertikale gestrichelte Linie voneinander getrennt. In den Spalten sind verschiedene Bilder, die die Inhalte jeweils verdeutlichen. Z. B. Tropfen in Wolken gefrieren, das ist Schnee. Bild dazu: eine Wolke mit vielen Tropfen gefroren. Schnee Folter auf Kinder, die neben einem Schnee man fröhlich eine Schneeballschlacht machen. Text: Laubblätter können Wasser nicht speichern. Deswegen fallen Blätter ab, wenn Boden gefriert und Wasser nicht mehr in Blätter geleitet werden kann. Frage: Wieso ist es manchmal heiß und kalt? Bild: Sonne scheint auf Erde, die ihren Winkel ändert. So entstehen Jahreszeiten. Bild: Erde dreht sich um sich selber und Sonne: das ist ein Jahr.

Nun war es endlich soweit und sie konnte die Bilder kolorieren und die Schrift mit einem Fineliner nachschreiben. Als alles stand, hat sie noch die Bleistiftspuren wegradiert. Und fertig war das Plakat!

Nun fehlte nur noch das Präsentieren-Üben.

Präsentation

Wir haben es ein paar Mal geübt. Sie war sehr sicher im Sprechen. Sie betrachtete hauptsächlich die Bilder und erzählte dann frei dazu.

Bevor sie das Plakat letzten Montag in der Klasse präsentierte, war ich mindestens genauso aufgeregt wie sie. Danach erzählte sie mir, dass es sehr gut angekommen sei bei der Lehrerin und ihren Mitschüler*innen. Alle fanden es gut, dass Antonia selber gezeichnet hat.

Für zukünftige Projekte hat die Lehrerin vorgeschlagen, auch mal einzelne kleinere Seiten zu präsentieren, die die Schülerin oder der Schüler nacheinander der Klasse zeigt. So wird der Bezug zwischen dem Gesprochenen und Gezeigten noch besser klar (Antonia hat auf dem großen Plakat nämlich nicht immer auf alle Bilder gezeigt).

Fazit

Ich hoffe natürlich, dass das Plakat die Lehrerin und die Schüler*innen auf neue Ideen bringt. Im Idealfall kann die Lehrerin SELBER solche Sketchnotes-Aufgaben geben. Sketchnotes sind hervorragend geeignet, um Dinge zu recherchieren, neue Infos besser zu verstehen und zu präsentieren. Ich werde auf jeden Fall weiter verfolgen, was die Lehrerin daraus macht.

Außerdem werde ich Antonia dazu ermutigen, ein Plakat mal komplett alleine zu gestalten. Ich habe ihr beim ersten Mal den Weg gezeigt und sie mit Werkzeugen und Verpflegung ausgestattet. Nun ist es vielleicht schon an ihr, ihren eigenen Weg zu gehen. :-)

 

 

Meine Reise in die französische Leichte Sprache

Einfahrt zum Terrain. Vorne am zäun auf Schild steht "Avenir Apei, accueil et acopagnement de personnel handicapest mentales – Siege social" Hinter Einfahrtstor ein größeres Haus im Altbau. Großer Parkplatz mit ein paar Autos. Links ist der Empfang in einem niedrigen Flachbau.

Mitte Mai hospitierte ich bei Avenir Apei in einem Übersetzungsbüro für die französische Leichte Sprache (français facile à lire et à comprendre: FALC) in Carrière-sur-Seine bei Paris. Vielleicht fragt Ihr Euch, warum ich mich dafür interessiere. Leichte Sprache finde ich schon im Deutschen spannend, da sie Informationen auf den Punkt bringt – ähnlich wie ich es mit meinen Bildern tue. Die französische Sprache ist eine meiner Leidenschaften. Sie ist zu meiner zweiten Sprache geworden durch meinen Frankreichaufenthalt, meinen französischen Lebenspartner und unsere Kinder. Da war der Weg nicht weit bis hin zur Frage, wie es mit der Leichten Sprache im Französischen aussieht. Als ich herausfand, dass die französischen Übersetzungsbüros zudem noch anders funktionieren als in Deutschland – Menschen mit Lernschwierigkeiten schreiben SELBER die Texte – stand mein Entschluss fest: ich wollte erfahren, wie diese Büros arbeiten.

Ein paar Sätze zum FALC

FALC wird per se nach den Regeln definiert. Das heißt diese müssen unbedingt eingehalten werden, sonst darf das Siegel nicht auf das Dokument. Eine Debatte über flexiblere Definitionen – wie wir es in Deutschland z. B. von der Uni Leipzig erleben – kennen die Franzosen nicht.

Zeichnung: eine Figur hält streng ein Schild mit einem roten großen Ausrufezeichen hoch. Zwei andere Figuren schauen ein bisschen eingeschüchtert drauf.´

Die Regeln für das FALC sind denen der deutschen Leichten Sprache sehr ähnlich. Nachlesen kann man sie hier.

Mir ist aufgefallen, dass es “leichte” Wörter im Französischen gibt, die ich in der deutschen Übersetzung als zu schwer empfinden würde. Zum Beispiel der Satz: “Des parlementaires sont des personnes qui nous représentent.” Wörtlich übersetzt hieße es: “Parlamentarier sind Personen, die uns vertreten.” “Vertreten” würde ich als zu schwer einschätzen. Da scheint es von Sprache zu Sprache Unterschiede zu geben.

Die Texte, die übersetzt werden, sind ausschließlich Informationstexte von meist öffentlichen Organisationen (z. B. Kommunen). Übersetzungen für Belletristik oder Lyrik gibt es gar nicht.

In Frankreich gibt es (noch) keine anderen Formen von vereinfachtem Deutsch (z. B. Einfache Sprache).

Was die Bilder betrifft, so nutzen die Übersetzer*innen Plattformen wie Picto-FranceDie Qualität und Vielfalt der Bilder lässt aber zu wünschen übrig.

Wie verliefen die Sitzungen?

Glastür ins FALC-Büro. Darauf kleb ein A4-Blatt mit dem Logo der Leichten Sprache

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass die Übersetzungen in einer WfbM von Avenir Apei stattfanden. Es gibt also (noch) kein externes Büro. Der Gruppenleiter hat neben den Übersetzungen noch andere Aufgaben. Wenn keine Übersetzungsaufträge vorliegen, arbeitet er in der Wäscherei. Wenn ein Auftrag da ist, müssen die Aufgaben in der Wäscherei auf andere verteilt werden. Das ist nicht immer so einfach, kann man sich vorstellen.

Ich hatte Glück! Während meines Aufenthaltes kam ein ziemlich interessanter Auftrag rein. Die Partei La France Insoumise wünschte eine Übersetzung ihres Kurzwahlprogramms.

Wir waren insgesamt 5 Leute in der Redaktionsgruppe: drei Selbstvertreter*innen aus der Werkstatt, der Gruppenleiter und ich.

Im Büro, das etwa 10 qm groß ist. Von Glaswänden umgeben. Dahinter Andeutung einer Werkstatt. Im FALC-Büro sind zwei große Bürotische ums Eck stellt, darauf 4 Bildschirme. ich sitze mit der Redaktionsgruppe an einem der Tische vor 2 Bildschirmen. Es sieht nett, aber ein bisschen eng und dunkel aus. Im Raum gibt es kein Fenster nach außen.Wir arbeiteten an einem Rechner mit 2 Bildschirmen, einer davon für die Textredaktion, der andere für die Recherche.

Der Originaltext wird absatzweise gelesen. Dann fragt der Gruppenleiter: „Versteht Ihr das?“. Bei ja formuliert die Gruppe gleich um. Bei nein muss der Gruppenleiter den Originaltext noch einmal leichter formulieren. Dann fragt er die Gruppe: „Was versteht Ihr davon?“ oder „Was denkt Ihr darüber?“. Wenn die Gruppe bejaht, formuliert sie den Inhalt noch einmal mit leichter verständlichen Worten neu. Wenn der Satz sitzt, tippt ihn einer der Selbstvertreter*innen fertig ins Dokument. Es ist also ein permanenter Dialog zwischen dem Gruppenleiter und den Selbstvertreter*innen. Wichtig ist dabei stets, dass die Selbstvertreter*innen selber Textvorschläge machen oder die Verständlichkeit des vorgeschlagenen Textes bestätigen.

Zeichnung vierer Köpfe einander zugewandt freundliche sprechend. Über ihnen Sprechblasen.

Es wird mündlich formuliert. Entwürfe werden gleich eingetippt und dann bearbeitet. Wenn der gesamte Text fertig geschrieben ist, wird er nochmal von einer Person, die weniger teilgenommen hat, gelesen und auf Verständlichkeit untersucht. Sie liest ihn laut und meldet sich, wenn noch etwas unklar ist. 

Dann geht die gesamte Gruppe eine Tabelle mit geschlossenen Fragen durch. Z. B. “Sind die Sätze kurz?” und “Man darf keine Sonderzeichen benutzen. Wird diese Regel eingehalten?”. Das Ankreuzen ging den Teilnehmern leicht von der Hand.

Tabelle auf A4-Blatt mit etwa 50 Fragen zum AnkreuzenZum Schluss wird der Text geprüft von anderen Selbstvertreter*innen, die NICHT bei der Redaktion dabei waren.

Wenn eine bestimmte Anzahl an Fragen der Liste positiv beantworten werden konnte und die Prüfer den Text bestätigt haben, ist der Text FALC und darf das Siegel tragen.

Unsere Werkzeuge für das Schreiben waren:

  • Microsoft Word für die Textredaktion
  • Ein Synonymwörterbuch
  • Ein Klassisches Wörterbuch (z. B. Larousse, ein Wörterbuch für Leichte Sprache gibt es (noch) nicht)

Es gibt eine Internetseite, auf der man unsere Übersetzung in die Leichte Sprache einsehen bald kann: https://programme-candidats.interieur.gouv.fr . Allerdings haben sie nicht beachtet, dass man das Layout auch ändern sollte. Es sieht furchtbar aus! Sehr enge Schrift, das Layout ist genau wie das Original. Außerdem haben sie nicht alle Übersetzungen übernommen und welche weggelassen. Es wirkt halbherzig. 

Fragen, die ich mir stellte

Ein Gruppenmitglied war sehr dominant. Von ihm kam praktisch fast der ganze Text. Wie schafft man es, dass die GANZE Gruppe mitmacht?

Könnte man z. B. alternative Schreibmethoden einsetzen? Kann man den Schreibprozess methodisch überhaupt gestalten? Ich habe mich gewundert, dass niemand handgeschriebene Notizen machte (ich kann damit am besten denken und formulieren). Ich fand die Arbeit am Rechner sehr ermüdend. Auch konnten nicht alle Teilnehmer gleichberechtigt mitmachen und auf den Bildschirm schauen. Dieser ist nun mal für eine Person gemacht. Eine aktivierende Übung hätte vielleicht mehr Abwechslung und mehr Tempo hineingebracht. Um es zusammenzufassen, hatte ich den Eindruck, dass KEIN methodisches Konzept hinter dem Prüfungsprozess liegt. Es liegen zu wenig Erfahrungswerte dafür vor. Ich kann mir vorstellen, dass die FALC-Gruppen aber sehr interessiert wären, darüber mehr zu erfahren. Wenn also jemand von Euch einen Link mit mehr Infos zu Prüf- und Schreibmethoden teilen möchte, dann schreibt es im Kommentar dieses Artikels.

Zwei Bilder nebeneinander. Links bin ich mit Pierre nebeneinander. Wir gucken direkt in die Kamera. ich grinse, Pierre schaut eher ernst und hält eine Broschüre zu den FALC-regeln in die Kamera. rechts: .Draußen neben dem Gebäude auf Wiese. ich sitze mit Pierre auf Klappstühlen. Wir gucken uns ein gedrucktes Heft an. Er schaut gerade zu mir, weil er mich etwas zu fragen scheint. Wir genießen die pause in der Sonne.

Mit Pierre sprach ich ganz viel. Er zeigte mir viel Material zum FALC.

Könnte ein solcher Prozess auch ohne den Gruppenleiter funktionieren? Dieser übersetzt ja schwierige Sätze vorab in eine einfachere Version, damit die Selbstvertreter*innen überhaupt wissen, worum es geht. Könnte man die Selbstvertreter*innen bemächtigen, die Bedeutung der Texte selber zu recherchieren, also eigenständiger zu arbeiten?

Da ich noch keine Erfahrung gemacht habe in einem deutschsprachigen Übersetzungsbüro, fragte ich mich auch: Wie übersetzen deutschsprachige Übersetzer für die deutsche Leichte Sprache? Arbeiten sie auch am Rechner von Anfang an oder schreiben sie handschriftlich? Gibt es vielleicht sogar welche, die besondere Methoden verwenden?

Was nehme ich mir sonst noch aus den Sitzungen mit?

Meine Rolle war zuerst weitestgehend Beobachterin, ich nahm also nicht aktiv am Übersetzungsprozess teil. Mit der Zeit arbeitete ich aber immer mehr mit. Einige Male ersetzte ich sogar den Gruppenleiter vollständig, als dieser weg musste. Ich moderierte und übersetzte also mit der Gruppe. Zuerst war ich verunsichert, bekam aber mit der Zeit mehr Selbstvertrauen. Erstaunlicherweise hatte ich am Ende sogar das Gefühl, dass mir das Übersetzen ins FALC leichter fällt als im Deutschen in die Leichte Sprache. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich sowieso schon zwischen dem Deutschen und Französischen übersetzen, also Sätze kürzer formulieren und Wörter verständlicher ausdrücken muss. Liegt darin vielleicht ein Potenzial auch für deutsche Texte? Könnte man Nicht-Muttersprachler aktiver in den Übersetzungsprozess mit einbeziehen?

Eine visuelle Prozessbegleitung war mit dieser Arbeitsweise nicht möglich. Ich hatte den Eindruck, dass die Teilnehmenden keine Bilder brauchten, um Begriffe besser zu verstehen. Das lag wahrscheinlich daran, dass der Gruppenleiter die Sätze sehr gut zusammenfasste und einfach formulierte.

Bilder zwischendurch

In den Kaffeepausen gab es Gelegenheit, sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszutauschen. Die Leute waren alle sehr offen, neugierig und freundlich mir gegenüber. Wenn sie mich zeichnen sahen, wollten sie sofort mitmachen. So gab es ein paar Situationen im Flur, wo ein Mitarbeiter mir zeigte, wie er Gesichter oder seine Arbeitswerkzeuge zeichnet. Sie fanden es toll, sich über die Bilder auszudrücken. Einer meinte sogar, dass er jetzt immer “so” zeichnen wolle.

Foto von zeichnender hand in einem Notizblock. Dahinter angeschnitten jemand, der etwas transportiert. Rechts daneben Ausschnitte aus dem Skizzenbuch mit Gesichtern und den gezeichneten Werkzeugen: Waage, Bügeleisen und Rollwagen

Was habe ich über die Branche erfahren?

Aus Gesprächen mit Claire Grisard, Verantwortliche für Barrierefreiheit bei Unapei (Dachorganisation der Inklusionseinrichtungen) und Luc Pallier, Geschäftsführer von Avenir Apei, konnte ich Informationen über die Inklusionsbranche im weiteren Sinne bekommen.

ich und Claire sitzen an einem Ecktisch in einem Bistro vor angeknabberten Flammkuchen

Es ist so: Aktuell gibt es 13 Leichte-Sprache-Übersetzungsbüros in ganz Frankreich. 9 davon haben in den letzten 2 Jahren eröffnet. Es ist also eine sehr junge Bewegung.

Dass für die Übersetzungen Geld bezahlt wird, ist auch erst seit ca. 2 Jahren der Fall. Davor sagten alle: « Das muss ein kostenloser Service bleiben. Weil: das ist eine Wohltätigkeit. Wir tun den Betroffenen etwas Gutes. » Auch heute noch gibt es innerhalb der Inklusionsbranche viele Menschen, die das sagen. Sie möchten nicht, dass mit Übersetzungen Geld verdient wird.

Da ist es logisch, dass Organisationen bis vor Kurzem kein Geld ausgeben wollten für Leichte-Sprache-Texte. Dass wir bei Avenir Apei das Wahlprogramm einer Partei übersetzt haben, ist das allererste Mal. Was die Bilder betrifft, so verzichten die meisten Auftraggeber auf diese. Entweder sie wollen einfach kein Geld dafür ausgeben, oder sie finden die Bilder, die in Bilderbanken zur Verfügung stehen, zu hässlich. Es gibt erst sehr wenige Illustratorinnen und Illustratoren, die Leichte Bilder gestalten, also eine Alternative zu Bilderbanken anbieten. Es gibt in Frankreich allerdings viele Selbstvertrerinnen und -vertreter, die nach einer einheitlichen wiederkennbaren Bildsprache für FALC-Texte verlangen. Daran lässt sich erkennen, dass die Gruppe noch keine Erfahrung hat mir wiederkehrenden Bildern.

Claire Grisard steht nun vor der Entscheidung, eine seriöse Bilderbank aufzubauen ODER sich dagegen zu entscheiden und eher die Konditionen zu schaffen für eine vielfältigere Bilderlandschaft. Von mir holte sie sich die Argumente, da die Leichte Sprache und Bilder in Deutschland schon weiter entwickelt sind und mehr Erfahrungswerte vorliegen.

Ihr kennt meine Sicht der Dinge. Ich glaube, dass die Bilder besser und vielfältiger werden müssen, um wirklich Teilhabe zu ermöglichen. Ich denke, ich habe Claire von der Notwendigkeit überzeugen können. Let’s see, wie es in Frankreich weiter geht!

Und hier noch ein paar andere Fakten: Seit 1997 sind Kommunen schon dazu verpflichtet, ihre Infos barrierefrei zur Verfügung zu stellen. Dazu zählt aber NICHT die Leichte Sprache.

Die Mitarbeiter*innen einer WfbM verdienen etwa 120 Euro netto im Monat. Der Rest wird über Sozialleistungen aufgestockt.

Es gab ein Gesetz, das Werkstätten dazu verpflichte, Freizeitangebote während der Arbeitszeit anzubieten. Dieses gibt es seit kurzem nicht mehr. Der Geschäftsführer der Werkstatt in Carrière-sur-Seine fand es aber wichtig, die Tätigkeiten beizubehalten, weil sie die Angestellten motivieren und die Arbeitsatmosphäre besser ist. Die Freizeitangebote finden in besonderen Räumen der Werkstatt statt. Ich war in der Theater-AG und habe mitbekommen, wie viel Spaß alle Beteiligten daran hatten.

Rendez-vous mit meinen französischen Kolleg*innen

Neben Menschen aus der Inklusionsbranche traf ich auch französische Visualisiererinnen und Visualisierer.

Mit Magalie LeGall, einer Bibliothekarin im Sketchnotes-Fieber, sprach ich über Kreativitätsmethoden. Auch sie ist regelmäßig in der Situation, alternative visuelle Lernmethoden in Workshops für Unis und Bibliotheken anzuwenden.

Beatrice Lhuillier lud mich ein, in ihrem Graphic-Facilitation-Workshop meine Herangehensweise von Graphic Facilitation, also visueller Prozessbegleitung, vorzustellen. Ich erzählte von kollaborativem Design –  zum Beispiel für die Illustrationen des Teilhabeplans Leipzig – visuelle Arbeitsplakate und Sketchnotes als Lernwerkzeug. Es war eine super Erfahrung, da ich das erste Mal in einem professionellem Rahmen vor mehreren Leuten auf französisch von meiner Arbeit sprach.

Außerdem traf ich Olivier Pesret. Es ist immer wieder sehr bereichernd sich mit ihm auszutauschen, weil er einen besonders weiten Blick auf die Visualisierer-Tätigkeit hat und viel tut, um unsere Community voranzubringen. Graphic Facilitation und andere „alternative“ Kommunikationswerkzeuge sind noch richtig unbekannt in Frankreich. Zum Beispiel kannte niemand die Metacom-Symbole. Nicht nur in der Inklusionsbranche, auch bei den meisten Unternehmen ist (Live-)Visualisierung auch noch nicht angekommen. Olivier erzählte mir, dass die französischen Visualisierer also noch jede Menge zu tun haben, um bei den Organisationen Türen zu öffnen.

Vier Bilder insgesamt. drei Selfies mit der jeweiligen Person. Das mit Magalie sieht lustig aus, weil wir mit Weingläsern lachen und das mit Beatrice sieht lustig aus, weil wir Posits auf unseren Münden kleben haben,. dDarauf sind lachende Münder gezeichnet. Ein Foto zeit mich beim Präsentieren ins Beas Workshop.

Resumé

Die Woche hatte es in sich! Ich habe viele unterschiedliche Eindrücke und Perspektiven bekommen. Ich habe gemerkt, dass die leichte Kommunikation in Frankreich zwar noch nicht ganz angekommen ist, es aber motivierte Menschen gibt, die das ändern wollen. Das Feld ist noch relativ unangetastet. Aber im Anfang liegt auch die Kraft. Alles kann noch aus dem Feld gedeihen. Wir müssen darauf achten, welche Samen wir säen. Die Franzosen haben zwar nach wie vor eine etwas starre Beziehung zu ihrer Sprache. Aber ich bin sicher, dass wir Vereinfacherinnen und Vereinfacher es schaffen, die leichte Kommunikation auch nach Frankreich zu bringen.

Weiterführende Links

 

Meine wichtigsten Erkenntnisse aus meinem ersten Jahr Sketchnotes-Tagebuch

meine geliebten visuellen Sketchnotes-Tagebücher

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mein Sketchnotes-Tagebuch begonnen, spontan während meines Sommerurlaubs 2017. Was waren meine Beweggründe, ein visuelles Tagebuch zu führen (anstatt einfach Text zu schreiben)? Wie hat sich mein Sketchnotes-Tagebuch im Laufe des letzten Jahres verändert? Was habe ich aus diesem Visualisierungsprojekt gelernt? Und wie geht es weiter? Dies alles beantworte ich in diesem Blogpost.

Wie fing ich mit Sketchnotes-Tagebuch an?

Ich dokumentiere schon seit über 10 Jahren eigene Erlebnisse in Form von Zeichnungen. Warum zeichnen? Ich zeichne, also bin ich. So könnte ich meinen sehr ausgeprägten Zeichendrang wohl benennen. Wenn ich einen Tag nicht zeichne, fehlt mir etwas. Zeichnungen sind für mich das erste bewusste Ausdrucksmittel. Als Inspirationsquelle habe ich eigene Erlebnisse gewählt. Sie sind für mich der direkteste und einfachste Weg, um an Geschichten heranzukommen. Dazu kommt, dass ich Geschichten aus dem Alltag richtig spannend finde. 

Seitdem ich Mutter bin (seit 8 Jahren), hat sich meine verfügbare Zeit für freie Zeichnungen drastisch verkürzt. Die Illustrationen wurden über die Jahre immer weniger und ich unzufriedener. Ich brauchte ein neues Tool, womit ich meine Geschichten erzählen konnte mit mehr zeitlicher Flexibilität. Für meinen Freigeist war es mir wichtig, ein freies Projekt ohne Kunden aufrecht zu erhalten. Ich suchte also nach einer schönen anschaulichen Möglichkeit, meine Erinnerungen mit Spaß, schnell und einfach zu dokumentieren.

Zurück zum Sommerurlaub 2017: abends wollte ich lieber meine Zeit mit Freunden und der Familie verbringen als mich von der Gruppe abseilen, um alleine zu zeichnen. Meditative Momente für ausgefeilte Illustrationen hatten keinen Platz mehr. Um meinen Zeichendrang zu befriedigen, schnappte ich mir das A3-Papier, das im Hause meiner Schwiegereltern als Zeichenpapier für die Kinder zur Verfügung stand (aber nicht benutzt wurde). Anstatt wie vorher ein ganzes Blatt pro Bild zu füllen, nahm ein Bild jetzt nur einen kleinen Teil des Blattes ein. Anders war auch, dass ich diesmal Text hinzuschrieb, der sehr kurz gehalten und umgangssprachlich formuliert war. Jeden Tag wuchsen die Bild-Text-Kombinationen ein bisschen mehr zu einem Gesamtbild heran. Bilder und Texte entstanden im selben Tempo, wurden gleichermaßen notizenhaft und alles konzentrierte sich auf das Wesentliche. So entstand also mein Sketchnotes-Tagebuch. Hier ein Blick auf Seite 0, die im Sommerurlaub 2017 entstand:

 Urlaubssketchnotes

Und wie sehen meine Sketchnotes heute aus?

Simone Fass' Tagebuch-Sketchnotes

Dies ist der Eintrag meines visualisierten Tagebuchs, den ich genau ein Jahr nach der Seite 0 im August 2018 zeichnete. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Ich zeige Euch hier eine Übersicht der wichtigsten Seiten, die zwischen Sommer 2017 und Sommer 2018 entstanden sind in chronologischer Reihenfolge.

visualisierte Reise-Sketchnotes

August 2017

visualisierte Reise-Sketchnotes

September 2017

visualisierte Reise-Sketchnotes

November 2017

Ende August 2017

Dezember 2017

Ende August 2017

Weihnachten 2017

visualisiertes Sketchnortes-Tagebuch

Januar 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

Januar 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

Februar 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

Februar 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

März 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

März 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

Mai/Juni 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

Juni 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

Juli 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

Juli 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

Juli 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

August 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

August 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

August 2018

visualisiertes Sketchnotes-Tagebuch

August 2018

Wahrscheinlich ist es meiner Neugierde und Experimentierfreude geschuldet, dass ich in diesem Projekt ein weitaus höheres Potenzial sah als « nur » meine Erlebnisse zu dokumentieren. Der Auslöser war die Änderung des Papierformats. Nach dem Urlaub 2017 waren die A3-Blätter vollgeschrieben. Ich hatte noch etliche leere Skizzenbücher im Regal stehen. Außerdem haben sich die losen Blätter als sehr unpraktisch herausgestellt für den Transport. Ich brauchte also etwas Gebundenes und entschied mich für ein sehr langes schmales Skizzenbuch, das mir am schwierigsten zu befüllen schien. Diese Herausforderung reizte mich.

Das Format war anders, warum also nicht auch andere Parameter ändern? Ich fing so an, mit grafischen Elementen herumzuspielen, ohne zuerst zu wissen warum und wohin ich damit wollte.

Welche grafischen Parameter gibt es überhaupt?

Hier eine kleine Aufzählung der grafischen Elemente in Sketchnotes, die veränderbar sind.

Das Werkzeug

Stift

  • Stiftart
  • Pinselspitzendicke
  • Verbrauchsgrad
  • Farbe

Papier

  • Grammatur
  • Oberfläche
  • Format
  • Bindung

Sketchnotes

Schrift

  • Buchstabengröße und -breite
  • Groß- oder Kleinbuchstaben
  • kursiv oder normal
  • Laufweite
  • Zeilenabstand
  • links- oder rechtsbündig, mittig
  • Betonungen im Text
  • Druckbuchstaben oder Schreibschrift
  • x-Höhe
  • Zusatzelemente
  • mit oder ohne Serifen
  • Winkel

Bilder

  • Bildkomplexität (z. B. Symbol oder Illustration)
  • Bildinhalt (z. B. Personen, Gegenstände, Abstraktes)
  • Bildstil

Layout

  • Trennelemente
  • Reihenfolge des Schreibens (Bild oder Text zuerst)
  • Leserichtung
  • Beziehung der Elemente zueinander
  • Gesamtanordnung
  • Abstand zwischen Elementen
  • Weißraum

Das habe ich durch mein Sketchnotes-Tagebuch gelernt

Es hat sich gelohnt, an meinem Sketchnotes-Tagebuch dranzubleiben. Neben Spaß hat es mir auch viele neue Erkenntnisse geschenkt, die ich auch auf meine « großen » Visualisierungen – die Graphic Recordings – übertragen kann. Hier fasse ich dir meine wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Eine Mischung aus Planung und Improvisation

Ich habe im Laufe der letzen Jahre meiner Illustratorintätigkeit immer mehr gemerkt, dass ich eine ganze schlechte Doodlerin bin. Doodlen heißt wörtlich übersetzt « kritzeln ». Man könnte es auch als « irgendwie herummalen » übersetzen, d. h. Zeichnen des Zeichnens wegen. Zum Beispiel das Herumkritzeln während eines langweiligen Meetings, um sich irgendwie zu beschäftigen. Oder positiv ausgedrückt: sich freizeichnen von Blockaden. Doodlen hat in der Tat auch einen deblockierenden und inspirierenden Effekt.

Ich aber bin keine « Kritzlerin », ich brauche einen äußeren Sinn für meine Zeichnungen. Dafür definiere ich mir vor jeder Sketchnotes-Seite zuerst mein WARUM. Warum möchte ich diese Sketchnotes zeichnen? In meinem Fall ist es der Wunsch, eine bestimmte grafische Gestaltung auszuprobieren. Wenn man es auf andere Sketchnotes überträgt, könnte man sich fragen:

Welchen Zweck sollen die Sketchnotes erfüllen?
Sollen sie zum Beispiel mir oder anderen dabei helfen, Informationen besser zu behalten?
Oder möchte ich sie mir vielleicht einfach als schöne Dekoration in die Küche hängen?
Oder möchte ich einfach eine schöne Geschichte erzählen und sie dann abheften?
Entstehen die Sketchnotes live zu einer Veranstaltung oder davon unabhängig und evtl. zu anderen Input-Quellen?
In welchem Kontext werden die Sketchnotes gelesen? Nur auf dem Bildschirm oder ausgedruckt?

Wenn die Sketchnotes nicht nur für dich selber bestimmt sind, solltest du dir auch die Frage stellen, WER deine Sketchnotes lesen wird. Wie vertraut sind die Leser mit dem neuen Wissen? Waren sie z. B. auch auf der Veranstaltung, die du visualisiert hast? Wenn ja, kennen sie schon den Ablauf und du musst ihn in den Sketchnotes nicht stark hervorheben. Zudem solltest du die Lesegewohnheiten Deiner Leserschaft ungefähr kennen. Welche Bücher lesen sie? Welche grafische Literatur sind sie gewohnt?

Wenn ich diese Fragen beantwortet habe, bestimme ich die grafischen Parameter, die ich weiter oben im Text schon vorgestellt habe.

Der Rahmen ist nun festgelegt. Es bleibt nun noch ein Teil, der nicht planbar ist. Und das ist gut so! Zum Beispiel die Wirkung der Text- und Bildeinheiten untereinander. Du kannst nicht voraussagen, welche Bilder du zeichnen wirst. Je nachdem, welche Motive du findest, wirst du spontan auf sie in der folgenden Gestaltung reagieren.

Das Improvisierte gibt den Sketchnotes Lebendigkeit und Persönlichkeit. Deswegen braucht niemand sich davor zu scheuen. Im Gegenteil: zeige deine Persönlichkeit! Ich gebe zu, dass es eine Frage der Übung ist, sich auf das Unvorhergesehene einzulassen. Aber ich kann Euch versichern: die Geschichten und Bilder, die spontan entstehen, sind meist die expressivsten und schönsten.

Die Führung der Augen

Die Augen mögen es, wenn ihnen gezeigt wird, wo sie anfangen müssen zu lesen. Ihnen sollte also von Anfang an klar sein, auf welche Leserichtung sie sich einlassen. Gibt es nur eine Leserichtung? Wenn ja, sollte diese deutlich markiert sein. Wenn nein, sollte das Layout « offener » sein. Je mehr man den Augen diese Entscheidung abnimmt, desto entspannter und konzentrierter sind sie für das Wichtigste, nämlich den Inhalt.

Es gibt die fliegenden Lesenden, die sich gerne einen Überblick verschaffen und sich an der Gesamtheit des Bildes erfreuen, aber nicht unbedingt den Text lesen. Und es gibt es die tauchenden Lesenden, welche die Sketchnotes von Anfang bis Ende durchlesen. Außerdem gibt es die springenden Lesenden, welche nur die Textstellen lesen, die sie am meisten interessieren. Alle Typen können sich auch miteinander mischen und sollten deswegen gleichberechtigt durch die Gestaltung abgeholt werden. Wie?

Für die fliegenden Lesenden:

  • eine gut gestaltete Überschrift mit ggf. Titelbild
  • eine ausgewogene Verteilung aller Bildelemente auf dem Blatt – für ein schönes Gesamtbild
  • einheitliche Gestaltung der grafischen Elemente (z. B. die Überschriften immer gleich) – die Regelmäßigkeit trägt auch viel zum ästhetischen Gesamteindruck bei
  • dekorative Elemente – geben dem Blatt einen persönlichen Reiz und können, wenn sie überlegt eingesetzt werden, auch als Blickfang dienen.

Für die tauchenden Lesenden:

  • gut leserliche Schrift
  • klare Vorgabe der Leserichtung – z. B. durch ein klares Layout mit Leserichtung von links nach rechts und von oben nach unten
  • Bilder, die zum Inhalt passen, den Text sinnvoll ergänzen und Stimmungen transportieren. Die Lesenden sollen Lust bekommen, sich die Bilder länger anzuschauen. Die Wahl der Bilder ist sehr vielseitig umsetzbar. Es gibt unendlich viele visuelle Sprachen. Grundsätzlich hängt die Wahl der Bildsprache vom Ziel der Sketchnotes ab. Ist es wichtig, Menschen und ihre Geschichten darzustellen? Dann zeichnest du Figuren. Geht es aber eher um Zahlen und Fakten, sind Zahlen und Symbole eventuell besser geeignet. Natürlich kannst du Bildsprachen auch mischen. Es sollte aber einen dominierenden Bildtonus geben.

Für die springenden Lesenden:

  • Das Zauberwort lautet « Priorisierung ». Gute Hervorhebung der Überschriften und visuelle Anker unterstützen die Markierung der wichtigtsten Infos – so wissen die springenden Leser, wo es sich lohnt hinzuspringen.
  • sichtbare Trennung zwischen verschiedenen Informationen
  • Markierungen der Schlüsselwörter im Text – so kann der Inhalt auf einen Blick erfassbar sein

Rhythmus ist alles

Rhythmus ist der Herzschlag der Sketchnotes. Ein gleichmäßiger Rhythmus ist schön und angenehm. So auch für die visuellen Notizen. Er macht sie « rund » und hält sie zusammen.

Unter « Rhythmus » verstehe ich zwei verschiedene Dinge:

  1. meinen persönlichen Rhythmus: Wie schnell zeichne ich? Welchen Rhythmus hat mein persönlicher Zeichenstil?
  2. objektiven « messbaren » Rhythmus: entsteht z. B. durch z. B. Abstände und Layout

Mein persönlicher Rhythmus als Comfort-Zone

Ich habe mich durch mein Sketchnotes-Tagebuch ein Stückchen besser kennengelernt. Nun kenne ich meine Vorlieben und Geschmäcke besser. Ich habe meine grafische Comfort-Zone gefunden. :-) Ich weiß nun, in welchen Bildsprachen ich mich am wohlsten fühle und welche Infos ich brauche, um sie herzustellen. Ich kenne meine Lieblingsinhalte und weiß, wie ich sie spontan gestalten kann.
Ich weiß aber auch, welche Herausforderungen mich außerhalb meiner Comfort-Zone katapultieren und habe Lösungen dafür gefunden, wie ich damit umgehen kann.

Allein deswegen lohnt es sich schon, regelmäßig und kundenunabhängig zu sketchnoten. :-)

Objektiver Rhythmus

Objektiv betrachtet gibt es mehrere Faktoren, die zu einem regelmäßigen stabilen Rhythmus beitragen. Zum Beispiel:

  • grafische Einheitlichkeit: Elemente mit der gleichen Funktion sollten immer gleich behandelt werden im Verhältnis zum Rest. Zum Beispiel: alle Überschriften sind in Blockbuchstaben, der Fließtext ist immer in Schreibschrift. Oder alle Bilder sind farbig, der Text immer schwarz. Wichtig ist, dass du dein Gestaltungssystem KONSEQUENT durchziehst.
  • Weißraum: der Weißraum ist der Gegenpol zur Schwärzung des Papiers. Die Augen brauchen diesen neutralen Raum zur « Erholung ». Deswegen: nutze Weißraum bewusst als Gestaltungselement.
  • Immer gleicher Abstand: genauso wie du ein System für die grafischen Elemente entwickelst, sollte auch der Abstand zwischen den Elementen kalkuliert und regelmäßig sein. Zum Beispiel immer der gleiche Abstand zwischen Überschriften und Fließtext, Sinneinheiten, Bild und Text usw..
  • eine kohärente visuelle « Sprache »: alle Gestaltungselemente, die ich weiter oben genannt habe, lassen sich unendlich variieren und miteinander kombinieren. Daraus und aus deinem persönlichem Stil entsteht eine Sprache, die « krakelig », « vornehm », « elegant », « modern », « wissenschaftlich », « humorvoll », « energiegeladen » und noch vieles mehr sein kann. Die Kunst besteht darin, eine gute Kombination zu finden, die zu Dir und zum Thema passt.

Nicht alle diese Empfehlungen müssen eingehalten werden, um einen schönen Rhythmus zu bekommen. Es ist auch möglich, nur einen Teil davon umzusetzen und den Rest flexibler anzugehen. Wichtig dabei: die regelmäßigen und wiederkehrenden Elemente müssen gut sichtbar sein.

Einfach mal stehen lassen – mein Umgang mit « Fehlern »

In meinen Flipchart-Workshops rate ich meinen Teilnehmenden immer, sich zur Übung ein Notizbuch zuzulegen. Die Betonung liegt dabei auf Buch. Ich finde es wichtig, in Büchern zeichnen und visualisieren zu üben, weil man die Seiten nicht wegschmeißen kann. Solange wir die Möglichkeit haben, angeblich misslungene Seiten zu entsorgen, tun wir es auch. Ein Buch hindert uns daran. In einem Buch gibt es gezwungenermaßen immer eine Dramaturgie, einen Ablauf. Wenn du alle Seiten einfach stehen lässt, wirst du am Ende sehen, wie du dich weiterentwickelt hast. Und das hast du ganz sicher! So machst du deine Weiterentwicklung sichtbar und es wird dich mutiger machen.

So erging es auch mir. Es gibt genug Seiten in meinem visuellen Tagebuch, mit denen ich nicht zufrieden bin. Ich zwang mich aber, sie trotzdem fertig zu zeichnen und nochmal im Ganzen zu betrachten. Warum funktioniert die Seite nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte? Was kann ich daraus für meine nächsten Seiten für Schlüsse ziehen?

Die Sketchnotes leben von der Spontanität des Striches. Nur wenn ich die Erfahrung gemacht habe, wie ich mit « Fehlern » produktiv umgehe, kann ich wirklich spontan in situ auf sie reagieren. Ich werde weniger Angst vor ihnen haben und Vertrauen in mein kreatives Potenzial gewinnen.

Zugegeben, es ist schon eine Überwindung, die Seiten, welche ich weniger gelungen finde, trotzdem meiner Community zu zeigen. Aber lang- und mittelfristig gesehen lohnt es sich auf jeden Fall!

Hier sind zwei Seiten, die ich aus verschiedenen Gründen weniger gelungen finde:

visuelle Tagebuch-Sketchnotes

Januar 2018

visuelleTagebuch-Sketchnotes

Februar 2018

Wie geht es weiter?

Ich werde mein Experiment fortführen und schauen, auf welche Reise es mich schickt. :-)

Außerdem biete ich nun einen offenen Kurs zum Thema « Einstieg in Reise-Sketchnotes ». Der Workshop ist dafür da zu zeigen, wie viel Spaß es macht, seinen eigenen Geschichten freien Lauf zu lassen und Dir Mut zu machen, einfach mal anzufangen. Wenn Du gerne lernen möchtest, Deine eigenen visuellen Geschichten zu erzählen, sei als Urlaubserinnerung, als Alltagsdokumentation oder für deinen Job, dann ist der Kurs genau das Richtige für Dich! Hier erfährst Du mehr darüber.

Résumée

Ein Jahr konsequentes Sketchnotes-Tagebuch Führen haben mich sensibilisiert für die visuellen Werkzeuge, die für Sketchnotes zur Verfügung stehen. Ich kann nun leichter und mit mehr von ihnen jonglieren. Mein Bewusstsein für den Raum « Papier » hat sich geweitet. Ich freue mich, dieses Experiment weiterzuführen und lasse mich gern auf das Ungewisse ein.

Warum Menschen mit kognitiver Einschränkung Graphic Facilitation brauchen

Anfang August fand das internationale Meetup Euviz zwischen visuellen Prozessbegleitern in Dänemark statt. Auch wenn ich nicht teilnehmen konnte, nutze ich die Gelegenheit, meine Arbeit als Visuelle Übersetzerin mit Menschen mit geistiger Behinderung vorzustellen. Auf dem Meetup gab es nämlich eine Session zum « Social Impact » von Graphic Facilitation – wie visuelle Prozessbegleitung also in sozialen Bereichen agieren kann. Hier könnt Ihr die Ergebnisse dieser Session sehen.

Ich fasse in diesen Sketchnotes kurz zusammen, wie Menschen mit geistiger Beeinträchtigung von visueller Prozessbegleitung profitieren. Welchen Problemen begegnen sie und wie kann das Graphic Facilitation helfen, diese Probleme zu lösen? Graphic Facilitation ermöglicht eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wie? Lest selbst:

Social Impact für inklusive Visualisierung

Sketchnotes gegen Rassismus und Diskriminierung

Vor 2 Wochen war ich auf der ersten Frühjahrsakademie des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. (Lamsa) . Es ging darum, wie man Diskrimnierung und Rassismus vorbeugen und darauf reagieren kann. Lamsa schafft Dialoge zwischen Migranten und Deutschen und setzt sich so für eine vielfältige Gesellschaft ein.

Ich habe spontan in meinem Notizblock Sketchnotes gemacht und die für mich wichtigsten Aussagen visualisiert. Es ist natürlich eine subjektive und persönliche Dokumentation ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im ersten Teil gibt es eine Übersicht über die Themen « Interkulturelle Bildung », « Ausbildung und Arbeitsmarkt », « Sprachmittlung », « Alltagsrassismus und -diskrimnierung » und « Ehrenamt ». Dann besuchte ich einen Workshop über « Alltagsrassismus und -diskrimnierung » und habe dies weiter visuell dokumentiert.
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"Wir bauen Brücken" und (verkehrs-)regeln auf und möchten Partner finden – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

"In den letzten 4 Jahren ist die Anzahl der Ausländer um 50 [ gestiegen in Sachsen-Anhalt", "5% der Bewohner in S-A sind Ausländer", "Themen: Interkulturelle Bildung" – Migranten als Experten integrieren" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

"Perspektivwechsel", "Wo sind die Grenzen interkureller Bildung", "Rechtspopulismus stark", "Thema 2: Ausbildung und Arbeitsmarkt" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

 

"wir ändern Rahmenbedingungen, "Strategiepapier", "Integration aufAugenhöhe" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

"Thema 3: Sprachmittlung", " Wohnungssuche schwierig", "Sprache erlaubt Teilhabe", "Ehrenamt wichtig", "Amt soll Dolmetscher stellen" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

"Thema 4: Ehrenamt", Leute arbeiten aus herz, weniger für die Ehre"", "durch Ehrenamt Zugang zum Arbeitsmarkt erschwert" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

 

 

"Ehrenamtliche wollen gestalten", so viele wollen sich ehrenamtlich engagieren: 43% der in Deutschland geborenen mit einet deutschen Staatsbürgerschaft und Mgrantionshintegrund und 46 % der in Dtl geborenen und dt Staatsbürgerschaft und OHNE Migrationshintergrund" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

"diese Leute wollen sich ehrenamtlich engagieren: 31 % der menschen mit Migrationshintergrund, in Dtl geboren, OHNE deutsche Staatsbürgerschaft und 21 % der menschen der immigrierten Menschen OHNE dt Staatsbürgerschaft"," man braucht Sicherheit, um ehrenamtlich tätig zu sein" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

"Thema Alltagsrassismus", "Was ist Diskrimnierung? _ benachteilig aufrgund eines Merkmals", "Diskrimnierung gibt auf individueller Ebene, auf institutioneller Ebene und auf der diskursiven Ebene" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

 

 

 

 

 

 

 

"Wo wird diskriminiert? – Job, Wohnungssuche, Arzt, Banken, Jobsuche, Medien, Amt, Polizei, Kollegen, Schulweg, uff. Verkehrsmittel", "Mögliche Lösungen: Fürsprecher (da aber Vorsicht, Risiko Entmündigung)" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

"Thema Alltagsrassismus", "Was ist Diskrimnierung? _ benachteilig aufrgund eines Merkmals", "Diskrimnierung gibt auf individueller Ebene, auf institutioneller Ebene und auf der diskursiven Ebene" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

"Welche Lösungen gibt es? – Stärkung betroffener, eigene direkte Beschwerde der betroffenen, Hinweis auf Rechtslage, öfter u gebündelt beschweren, Gedächtnisprotokoll, zeugen" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

 

"Was kann lamsa tun? – empowerment Workshops, Rollenspiele, Aufklärung Mehrheitsgesellschaft", Was kann die Gesellschaft tun? bewusst mischen u Vielfalt sichtbar machen, Integration heißt: migranten sollen sich anpassen und die deutschen sollen offener sein" – Aussage von Lamsa über ihre Ziele festgehalten in Sketchnotes zur Lamsa Frühjahrsakademie

Mehr Barrierefreiheit im Grafikdesign

Ich hatte vorletzte Woche das Glück, einen Workshop zu besuchen, der GENAU zu meinem Thema passt. Es ging um barrierefreies Grafikdesign, also die barrierefreie Gestaltung von Schrift und Bild für Druckmedien. Der Kurs fand an der Hochschule Merseburg statt, wo viel zur visuellen Gestaltung für Leichte Sprache geforscht wird. Die Vortragenden waren Prof. Diplom-Grafikdesignerin Kerstin Alexander und M. A. Tech. Red. Cordula Wünsche. Die primäre Zielgruppe sind Menschen, die Standard-Texte nicht oder schlecht lesen können. Was ich aber so wichtig finde, ist, dass diese Infos auch für die Gestaltung von Standard-Texten nützlich, ja, sogar notwendig sein können.

Ich habe Euch die wichtigsten Aussagen aus dem Workshop zusammengefasst und visuell aufbereitet in Sketchnotes. Ich möchte, dass Texte in Leichter Sprache besser gestaltet werden. Mehr Designer sollen sich für ein barrierefreies Design interessieren. Denn so kann es irgendwann zum Standard werden und Inklusion auch auf visueller Ebene gelingen. Deswegen lege ich diese Informationen allen Menschen ans Herz, die für Leichte Sprache und ihre Visualisierungen verantwortlich sind.

Titel "Bild und Type – Über Bild und Type mit Menschen mit Lernschwierigkeiten kommunizieren". Danach werden 3 Regelwerke für Schrift: BMAS, DIN 1450 und BIT 2.0 und Netzwerk LS. Danach Punkt "Layout und Typo" . Zum Beispiel genug Weißraum einhalten, Bild links vom text setzen usw.

Empfehlung für Typo von leichte-Sprache-Texten: inhaltlich zusammen Gehöriges muss auch zusammen gesetzt werden, der Text sollte gut und logisch strukturiert sein. "Merkmale einer barrierefreien Schrift: hohe x-Höhe, Schrift ein bisschen breiter als normal, klare Unterscheidung ähnlicher Glyphen und Verwendung von Mediävalziffern.

Elche Schriften sind besonders gut geeignet? Opa Sans, neue Frutiger 1450 und Fira Sans. Welche Funktion können Bilder haben? Sie können eine affektive Funktion haben (Interesse wecken, Deko) und kognitive Funktion (Wissen verankern)

Regelwerke für Bilder: Lebenshilfe Bremen und Netzwerk Leichte Sprache. Beide sind leider unzureichend, besonders in Bezug auf abstrakte Begriffe. Studienergebnisse: 1. je abstrakter eine Darstellung, desto besser wird sie verstanden. 2. Je konkreter, exemplarischer ein Abstraktum durch ein ild aufgelöst wird, desto besser wird es verstanden. 3. Wenn praktisches Handeln an Text und Bild gekoppelt ist, erleichtert dies das Verständnis. Hinweise für eine bessere Text-Bild-Nutzung: direkte Verweise auf Bilder, Text und Bild sollten zeitgleich entstehen, Sprache kann man nicht durch Bild ersetzen. Text und Bild sollten komplementär sein. Ein Bild kann NICHT abstrakt sein, es ist immer individuell. Die Richtlinien für Piktogramme sollten bekannt sein. Vortragende: Kerstin Alexander (Prof. Diplomgrafikdesignerin) und Cordula Wünsche (MA Informationsdesign) HS Merseburg. Nützliche Links: Forschungsbereiche der Hochschule Merseburg zu finden auf www.kiw.hs-merseburg.de im Menu unter "Forschung"

Visualisierungen für KiTa-Broschüre – Interview

Ende letzten Jahres habe ich eine Info-Broschüre für die Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (Lamsa e. V.) gestaltet. Ich habe die Organisation zur Broschüre und meinen Visualisierungen befragt.

Wer seid Ihr und wofür setzt Ihr Euch ein?

Uns gibt es seit 2015 als Servicestelle für Interkulturelles Lernen. Seit 2017 haben wir zwei Servicestellen, unterteilt nach Schule und Kita, etabliert: „Interkulturelles Lernen in der Kita“, finanziert vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, und „Interkulturelles Lernen in Schulen in Sachsen-Anhalt“, finanziert durch das Ministerium für Bildung des Landes. Das ist ein Projekt des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V., das die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund auf Landesebene vertritt. Unsere Servicestellen sind Anlauf- und Beratungsstellen für Pädagogische Fachkräfte aus Schulen und Kindertagesstätten in Sachsen-Anhalt, die sich den Herausforderungen im Zusammenhang mit einer interkulturellen Öffnung stellen wollen. Wir setzen uns für einen vorurteilsbewussten und wertschätzenden Umgang mit Vielfalt in Kitas und Schulen ein.

Welche Rolle spielen Visualisierungen für Euch?

Visualisierungen sind für uns sehr wichtig. Sie können die Vermittlung unserer Inhalte auf einer Ebene, die über das Textsprachliche hinausgeht, unterstützen, bereichern und beschleunigen, Nicht jede*r liest gern Texte. Bilder können einen Anreiz darstellen, sich auch mit dem Text auseinanderzusetzen. Durch die einfache, unmittelbare Zugänglichkeit der Bilder können in kürzester Zeit die wichtigsten Punkte visuell wahrgenommen werden und im Gedächtnis bleiben. Außerdem wirken die Texte durch die Illustrationen nicht trocken oder bürokratisch, sondern freundlicher, sogar wenn der Inhalt kompliziert oder schwierig ist. Deshalb haben wir uns entschieden, unsere zwei Broschüren der Serie „Elterninformation“ für Leser*innen durch Visualisierungen schöner, offener und zugänglicher zu gestalten.

Ich habe bis heute 2 Elternbroschüren für Euch gestaltet. Was steht denn eigentlich drin und für wen sind sie gedacht?

In den beiden Broschüren „Elterninformation Schule“ und „Elterninformation Kita“ haben wir versucht, Antworten auf die wichtigsten Fragen der Eltern über das Schulsystem bzw. Kindertageseinrichtungen in Deutschland so einfach wie möglich und gleichzeitig so detailliert wie nötig zu beantworten.

Aus welchem Bedarf heraus ist die Idee entstanden, die Broschüre in 6 Sprachen und in einfachem Deutsch herauszugeben und Visualisierungen zu verwenden?

Die Zusammenarbeit mit Eltern ist sowohl in den Kindertagesstätten als auch in Schulen ein sehr wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Das kann aber nur dann optimal funktionieren, wenn die Eltern oder weitere wichtige Bezugspersonen für die Kinder ausreichende Informationen zur Verfügung haben. Die Regeln, Normen und Möglichkeiten können auch im Bildungsbereich in unterschiedlichen örtlichen Kontexten teilweise sehr unterschiedlich sein. Es sind praktische Tipps und Informationen, die die Eltern brauchen, um ihren Kindern unterstützend zur Seite stehen zu können. Unsere Broschüren stellen eine der vielen Möglichkeiten dar, um kreativ mit dieser Situation umzugehen; die Sprachbarriere darf auf diesem Weg keine Hürde sein. Unter Berücksichtigung unserer Anfragen in Sachsen-Anhalt haben wir uns für diese sechs Sprachen entschieden, auch wenn wir sehr gerne sie in weiteren Sprachen zur Verfügung stellen würden und hoffen, dass dies in Zukunft möglich sein wird. Man könnte übrigens sagen, dass es Dank Deiner Arbeit nun gewissermaßen 7 statt 6 Sprachen sind, wenn man die Sprache der Bilder hinzurechnet. Bilder sind ja gewisser Weise eine Art universelle Sprache.

Was war Euch bei der visuellen Gestaltung des Textes und der Illustrationen besonders wichtig?

Wir wollten die wichtigsten Inhalte auch durch die Bilder vermitteln. Im Grunde genommen kann sogar jemand, der/die keine dieser Sprachen spricht, den Inhalt trotzdem verstehen, z.B. bei Krankheit die Kita anzurufen, oder dass für die Kita-Anmeldung eine ärztliche Beratung zum Thema Impfung notwendig ist usw. Außerdem wollten wir die Vielfalt der Gesellschaft auch in unseren Broschüren widerspiegeln, so sollen sich mehr Menschen angesprochen fühlen und wir können eine größere Zielgruppe erreichen.

Die Illustrationen in der zweiten Broschüre über KiTa sind anders gestaltet als die in der ersten Broschüre über Schule. Wie kommt das?

Die erste Broschüre „Schule“ war für uns eine hervorragende Erfahrung, aus der wir viel gelernt haben. In der zweiten Broschüre haben wir versucht, uns noch weiter zu verbessern. Das ist für uns ein kreativer Lernprozess.

Wie würdet Ihr die Zusammenarbeit mit mir beschreiben?

Die Zusammenarbeit mit Dir war sehr bereichernd für uns. Die Ideen durch Bilder herauszukristallisieren ist eine schöne, sehr kreative, aber auch zeit- und energieaufwändige Arbeit, die Du wirklich wunderbar gemeistert hast. Wir sind sehr dankbar auch für den offenen Umgang mit unseren Wünschen und Vorstellungen und die detaillierte Arbeit an Einzelheiten im intensiven Austausch mit Dir.

Was hat sich durch die visualisierten Broschüren für Euch und die Rezipient*innen verändert? Welche Reaktionen konntet Ihr feststellen?

Für beide Broschüren haben wir ein sehr gutes Feedback bekommen. Unsere Broschüre für Schulen wurde bereits zum dritten Mal nachgedruckt. Für die neue Broschüre zum Thema Kita ist es noch zu früh, die Reaktionen zu beurteilen, da die Broschüre ja erst im Dezember gedruckt wurde. Was wir jedoch sagen können ist, dass wir schon eine derartig hohe Nachfrage in dieser kurzen Zeit haben, dass wir entscheiden mussten, zunächst keine weiteren Bestellungen außerhalb Sachsen-Anhalts anzunehmen. Wir vermuten, dass die Visualisierungen einer der Gründe dafür sind.

Für wen können Eurer Meinung nach meine Visualisierungen besonders hilfreich sein?

Eigentlich für jede*n, die/der etwas, was ihr/ihm wichtig ist, vermitteln möchte und eine möglichst große Zielgruppe erreichen will. Wir können die Zusammenarbeit mit Dir nur empfehlen!

Vielen Dank für das Interview!

P. S.: Wenn Ihr Euch für die Broschüre interessiert, könnt Ihr das PDF hier einfach herunterladen oder einfach Lamsa kontaktieren. ;-)

 

Lieber aktiv statt passiv – meine Live-Visualisierungen 2017

Im ersten Teil meiner Review sprach ich über meine Lieblingsdesignprojekte 2017. Im zweiten Teil verrate ich Euch, was sich im Bereich der Live-Visualisierung und Sketchnotes bei mir getan hat.

Mehr Graphic Facilitation, weniger Graphic Recording

Auch im Bereich der Live-Visualisierung hat sich 2017 einiges konkretisiert. Durch meine tollen Partner Daniela Schober, Carsten Bolk und Andreas Berens von TheUntold, Katharina Ibrahim und ein intensives Coachinggespräch mit Katrin Seidel vom bfkm habe ich gemerkt, dass ich mit meinen Visualisierungen mehr schaffen möchte als ein schickes Plakat, ein „Nice-To-Have“, das am Ende der Veranstaltung zum Fotografieren und Bestaunen an der Wand hängt. Ich möchte etwas schaffen, was mehr Sinn macht und die Nutzer wirklich weiterbringt. Bedeutet konkret, dass ich vom Graphic Recording weg und mehr zum Graphic Facilitation hin möchte

Zum Beispiel:

Im Brand-Storytelling-Workshop, den TheUntold mit einem großen Unternehmen durchführte, habe ich die Teilnehmer visuell dabei unterstützt, ihren Personas Leben einzuhauchen und Storys zu finden, die einfach zu ihnen passen.

Persona zeichnen bei Brand-Storytelling-Workshop mit TheUntoldich mit Carsten Bock und Andreas Berens (theUntold) in ihrem Brand-Storytelling-Kurs

Zusammen mit Employ ID fand ich ihr Big Image, ihren visuellen Anker, den sie brauchten, um ihre Kunden von ihrer Dienstleistung zu begeistern.

Graphic Facilitation für Employ ID

Diese Arbeitsweise heißt auch, dass ich in die Konzeptionsphase und während des Workshops mit eingebunden werde und die Visualisierungen als Arbeitswerkzeug verstanden werden.

Damit die Leser auch was davon haben – nutzerfreundliche Sketchnotes

Ich entwickelte mehr Selbstbewusstsein und hatte ein neues Motto: „Das kann ich, also zeig ich’s!“. Ich kann Inhalte visuell auf den Punkt bringen. Welcher Kanal ist dafür nicht besser geeignet als Twitter? So fing ich an, über meinen Twitter-Kanal Begriffe visuell zu erklären, die mir über den Weg liefen (der Hashtag dazu: #visuellerklärt). Hier zum Beispiel zeige ich Lormen, die Sprache der Taubblinden, welche über den Tastsinn der Hände funktioniert.

Ich liebe es, Funktionalität und Ästhetik miteinander zu verbinden. Das ist mein Begriff von Design, wobei Funktionalität immer vorgeht. So auch bei meinen Sketchnotes. Ich finde sie total nützlich, weil sie mir selber helfen, Informationen besser aufzunehmen. Ich möchte aber, dass Andere auch davon Nutzen haben. Deswegen habe ich angefangen, meine Sketchnotes nutzerfreundlicher zu gestalten. Wie? Ich mache mir Gedanken zur Informationsarchitektur. Das heißt, wo sollte welche Info stehen, damit sie auch für andere Leser gut nachvollziehbar ist? Und das Format wird auch mitbedacht; ich wähle in der Regel Din A 4, weil es sich gut auf dem Bildschirm anzeigen und ausdrucken lässt.

Zum Beispiel meine Sketchnotes zu barrierefreiem Internet.

Sketchnotes zu barrierefreiem Internet

Mit einem anderen – persönlicheren – Projekt konnte ich meinen Stil auch noch weiter zuspitzen: meine Tagebuch-Sketchnotes „Zeichnen ist wie Schreiben“. Regelmäßig notiere ich mir da stichwortartig, was ich gemacht und erlebt habe und skizziere ein Bild dazu. Durch die Regelmäßigkeit bleibe ich in Übung. Außerdem sehe ich das Projekt als Experimentierfeld für Layout, Schreiben und Handlettering. Denn auf jeder Seite variiere ich mindestens ein grafisches Element und schaue, wie sich dies auf das Layout und die Lesbarkeit auswirkt. Teilen tue ich dieses Experiment unter #drawingislikewriting auf meinem Instagram-Account.

Drei seiten meines visuellen Tagebuchs bezeichnet mit Sketchnotes

Fazit: es hat sich für mich gelohnt dranzubleiben und nur das zu machen, was mir Spaß macht. Denn nur so konnte ich mich weiterentwickeln.

Im dritten und letzten Teil meiner Review erzähle ich, wie sich mein Netzwerkverhalten 2017 verändert hat.

Meine liebsten Infodesign-Projekte 2017

Letztes Jahr hat sich bei mir viel bewegt und konkretisiert. Im ersten Teil meiner Review fasse ich meine wichtigsten Designprojekte zusammen.

Gefühlskarten beim BELTZ-Verlag

Ressourcenkartenfür Paare beim BELTZ-Verlag erschienen

2017 war es endlich soweit. Ich bekam meinen ersten Auftrag für einen Verlag – und gleich mit einem eigenen Projekt, den Gefühlskarten. 5 Jahre zuvor schon hatte ich 30 Karten zusammen mit Oliver Wolf aus der Praxis calaidoskop konzipiert. Er brauchte sie für seine Arbeit mit behinderten Menschen. 2017 erweiterten wir das Set auf Wunsch des Verlags auf 60 Karten und fügten therapeutische Aufgaben hinzu. Seit August kann man die Karten offiziell erwerben.

Sprachposter

Sprachposter zu Ortadverien der Sprache Maluku für das Linguistik Institut der Uni Leipzig

Es gibt Projekte, die macht man für’s Geld; und es gibt Projekte, die macht man aus Überzeugung und mit Herz. Das Sprachposter für das Linguistik-Institut Leipzig gehörte dazu. Der Auftrag war schlecht bezahlt, verband aber perfekt meine Interessen UND ich hatte alle gestalterischen Freiheiten. Die Herausforderung war, Ortsadverbien der Sprache Maleku zu erklären, also Grammatik verständlich zu machen. Für Schüler verschiedener Altersstufen. Du weißt sicher, wie schwierig es ist, sich in die Logik einer Sprache hineinzudenken. Mich reizte, die Abstraktheit der Grammatik mit etwas Konkretem erfahrbar zu machen. Wie kann man dies nicht besser erreichen, als sich visuell an den Ort zu begeben, an dem die Sprache gesprochen wird, und zwar in den costa-ricanischen Dschungel. Wörter wie „über“, „hinter“ und „neben“ lassen sich hervorragend in realistischen Situationen visualisieren. Zum Beispiel „Es sind Bäume hinter dem Haus.“.
Das Poster hängt nun in costa-ricanischen Klassenzimmern und hilft den Schülern, Maleku besser zu verstehen.

Leichte-Sprache-Bilder für die Bundeszentrale für politische Bildung

Leichte-Sprache-Bilder für die Bundeszentrale für politische Bildung

Die Bundeszentrale für politische Bildung kam mit folgendem Problem auf mich zu. Die Illustrationen, die bisher im Leichte-Sprache-Abschnitt der Zeitung „Das Parlament“ erschienen, waren aus ihrer Sicht

  • zu kindlich
  • unpassend zum Thema
  • zu allgemein
  • und diskriminierend.

Gesucht wurde außerdem eine größere Vielfalt in der Darstellungsweise der Bilder. Mein Auftrag bestand also darin, politische Begriffe in Leichte Bilder zu übersetzen – in verschiedenen Bildsprachen. Besonders herausfordernd, da es die entsprechenden Leichte-Sprache-Texte zum größten Teil noch gar nicht gab. Ich musste sie also selber schreiben.

Entstanden sind 40 Illustrationen in 6 verschiedenen Bildsprachen. Die Bildsprachen variieren in Komplexität, Stil und Motivtyp. Oder anders gesagt: es geht von skizzenhaft bis farbig-ausgearbeitete Illustrationen. Jede Bildsprache hat ihr eigenes Potenzial, um Dinge zu erklären. Es war sehr spannend herauszufinden, welche Bildsprache für welche Bildinhalte geeignet ist und welch eher nicht. Die Bundeszentrale möchte mit dieser Diversität andere Menschen dazu anregen, eigene Bilder zu erstellen. Ich bin stolz, dazu beigetragen zu haben.

Info-Broschüre für Migranten

Elternbroschüre "KiTa" für Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (Lamsa e.V.) gestaltet von Simone Fass

Viele Migranten, die neu in Deutschland ankommen, sagen, dass sie von der Informationsflut überwältigt sind. Um sich zu integrieren, bekommen sie zu viel theoretisches Material und keine Hinweise auf die wichtigsten Informationen. Entweder sie sind ehrgeizig genug und arbeiten sich da durch, oder sie lassen es sein. ODER: sie haben Kontakt zum Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (Lamsa e.V.). Diese Organisation setzt sich für den interkulturellen Austausch und Integration in Sachsen-Anhalt ein. Sie gibt den Migranten die nötigen Informationen gebündelt und geordnet.

Wie z. B. die Elternbroschüren über KiTa und Schule, welche ich gestalten durfte. Die Aufgabe war, einen niedrigschwelligen Zugang zu Infos zu schaffen, damit diese sicher ankommen. Konkret hieß das: 6 Sprachen im klaren Stil formuliert, eindeutige Kapitelstruktur, Verständnis förderndes Layout und Typografie und Bilder, die die Kernaussagen klar transportieren.

Die Broschüre über Schule entstand zuerst. In der KiTa-Broschüre habe ich die Illustrationen noch mehr weiterentwickelt. Wichtig für die Bilder war vor allem eine diskriminierungsarme Darstellung, die Vielfalt zeigt und Inhalte auf den Punkt bringt. Hier könnt Ih

Grafiken für Schulbücher

Meine Reise in die Verlagswelt ging Ende 2017 weiter. Der Klett-Verlag beauftragte mich mit Grafiken für ein Schulbuch. Wie diese Reise weitergeht, erfahrt Ihr in den nächsten Monaten.

Wenn Dir meine Arbeiten gefallen, kannst Du Dir auch gern mein komplettes Portfolio anschauen.

Im nächsten Teil erzähle ich Euch meine Entwicklung im Graphic Recording und wie sich das auf meinen Stil und mein Angebot ausgewirkt hat.

 

 

 

 

Barrierefreies Internet für Alle

Barriefreies Internet ist NICHT nur für behinderte Menschen, es ist für ALLE sinnvoll, denn sie macht Internetseiten nutzerfreundlicher.

Im September nahm ich an einem Webinar von bik-fuer-alle über barrierefreies Internet teil. Da ich finde, dass dieses Thema noch mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit gebrauchen könnte, habe ich Sketchnotes dazu erstellt.

Gern könnt Ihr Euch die neun A4-Blätter auch für private Zwecke nutzen. Für gewerbliche Zwecke kontaktiert mich bitte vorher.

Macht Eure Internetseiten auch benutzerfreundlich. Bitte auf das Vorschaubild dafür klicken.

 

Sketchnotes zu einer Webinarreihe zum Thema "barrierefreies Internet"